„Arbeit per se macht nicht psychisch krank“

Unternehmerverband fordert bessere Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitszeitmodelle

„Arbeit per se macht nicht psychisch krank. Gut gestaltete Arbeitsbedingungen wirken sich sogar positiv auf die Psyche aus.“ Mit diesen Worten kommentiert Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, die derzeit – teils emotional besetzte – Diskussion rund um psychische Belastungen im Job.           

Wolfgang Schmitz erläutert: „Studien belegen eindeutig, dass Nicht-Berufstätige ebenso häufig psychisch krank werden wie Berufstätige. Also sind etwa Unterforderung und fehlende Tagesstruktur auch Risikofaktoren.“ Der Hauptgeschäftsführer ergänzt: „Kinder betreuen, Pflege organisieren, Probleme mit dem Partner oder mit einer Sucht – auch diese sehr persönlichen und individuellen Themen wirken sich belastend aus.“

Arbeit ist nach Ansicht des Unternehmerverbandes also kein besonderer Risikofaktor für psychische Erkrankungen. Die ansteigende Zahl an Diagnosen lässt sich Statistiken zufolge vielmehr darauf zurückführen, dass Betroffene inzwischen häufiger aufgrund psychischer Erkrankungen einen Arzt aufsuchen und dieser öfter die zutreffende Diagnose stellt. Schmitz: „Früher waren diese Krankheiten ein gesellschaftliches Tabu-Thema. Es ist gut, dass Betroffene nunmehr Hilfe in Anspruch nehmen.“

In der aktuellen Debatte dürfe eines nicht vergessen werden, betont Schmitz: „In Deutschland gibt es mit die höchsten Arbeitsschutzstandards und geringsten Wochenarbeitszeiten.“ Hinzu komme – in Zeiten des Fachkräftemangels ohne Alternative –, dass viele Unternehmen ihre Verantwortung für die Beschäftigten sehr ernst nehmen und verstärkt betriebliche Maßnahmen für Prävention und Gesundheitsschutz vornehmen.

Der richtige Schluss aus dieser Diskussion sind die beiden Themen Flexibilisierung der Arbeitszeit und Kinderbetreuung, wie der Arbeitgebervertreter erläutert: „Die Kinderbetreuung muss weiter ausgebaut werden, damit Eltern ihren Job mit der Familie in Einklang bringen können.“ Zudem passen starre Arbeitszeiten nicht mehr in diese digitalisierte Welt. „Es muss doch möglich sein, dass Beschäftigte abends von zu Hause aus arbeiten, weil sie zuvor mit ihren Kindern Zeit verbringen möchten! Wer hier souverän entscheiden kann, ist am Ende des Tages sicherlich zufriedener“, ist sich Schmitz sicher. Der Unternehmerverband entwickelt hierfür z. B. in der Metall- und Elektroindustrie in der bewährten Form der Sozialpartnerschaft mit der Gewerkschaft neue Modelle.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

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