
Der Fachkräftemangel in den Ingenieurberufen und anderen naturwissenschaftlichen wie auch gewerblich-technischen Berufen ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Um dem in der Region Bocholt entgegenzuwirken, möchten Mitgliedsfirmen und der Unternehmerverband in der Region Bocholt/Rhede/Isselburg mit der Fachhochschule in Bocholt Maßnahmen an Schulen mit Oberstufenschülern ergreifen. Als Einstieg eignet sich das so genannte „Duale Orientierungspraktikum“ zur Studien- und Berufsorientierung. Dieses Modul hat der Unternehmerverband bereits seit mehreren Jahren in anderen Städten gemeinsam mit dem Land NRW erprobt und erachtet es als sehr zielführend.


Interessierte Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe sollen für technische Berufe begeistert werden – zum einen durch Erleben des Studiums an der Fachhochschule in Bocholt in technischen Fachbereichen und zum anderen durch ein anschließendes Praktikum bei einem Unternehmen mit entsprechendem Berufsfeld. Sie sollen die innovative Ingenieurausbildung erfahren und konkrete Berufsmöglichkeiten kennen lernen.
Viele Jugendliche wissen gar nicht, welche Möglichkeiten ihnen eine Fachhochschulausbildung bietet – und welche beruflichen Tätigkeiten möglich sind. Hier soll ein „Duales Orientierungspraktikum“ wichtige Aufklärungsarbeit leisten.
Durch das „Duale Orientierungspraktikum“ können die Oberstufenschüler ihre Potenziale besser erkennen und ermutigt werden, höher qualifizierende technisch und naturwissenschaftlich orientierte Bildungsgänge gezielt anzustreben sowie konkret mit einem Studiengang verbundene Berufe, die hinter einem Studium stehen und das ganze spätere Leben prägen, kennen zu lernen.
Die Pädagogen sprechen direkt nach den Schulsommerferien gezielt geeignete Schüler ihrer Oberstufe an – im Moment vorrangig aus dem Doppeljahrgang 11 und 12, später aus den Jahrgängen 10 und 11. Interessierte Schüler bewerben sich zentral beim Unternehmerverband. Jeder Schüler legt eine seinen Präferenzen entsprechende Prioritätenreihenfolge der teilnehmenden Firmen fest, wo er sein Praktikum am liebsten durchführen möchte.
Der Unternehmerverband leitet die Bewerbungen an die Firmen mit der höchsten Priorität weiter. Jede teilnehmende Firma hat ein bestimmtes Kontingent an Schülern, denen sie den Zuschlag geben können. Bewerben sich zu viele gute Schüler bzw. hat ein Unternehmen zu wenig geeignete Bewerbungen, so können sich die Firmen untereinander austauschen. Die Unternehmen melden jeweils „ihre“ Kandidaten dem Unternehmerverband, der sie wiederum der Fachhochschule in Bocholt weitergibt und eine koordinierende Funktion ausübt, falls eine Aufteilung nicht ohne weiteres möglich ist. In Summe können maximal 20 Schüler teilnehmen.
Teilnehmende Schüler erleben zunächst eine Woche in der Hochschule in Bocholt - und zwar vom 15. bis 19. Oktober 2012 (letzte Woche der Herbstferien). Hier werden sie von Studenten „an die Hand“ genommen und gezielt an technische Projekte, kleine praktische Arbeiten, Labor, Grundlagenversuche u. ä. herangeführt. Es wird ein unter Motivations-Gesichtspunkten ausgesuchter Einblick in eine Grundlagenvorlesung geboten. Die Schüler erhalten Einblick z. B. in Maschinenlabore und schnuppern Campusluft. Auf vorhandene Einrichtungen und Arbeitsfelder wird aufgesetzt, z. B. können die Schüler das Thema Technik vertiefen, indem sie Optimierungsansätze zur Thematik Material, Prozessabläufe kennen lernen, oder auch das Labor mit Fahrsimulator (Prof. Ossendoth) und die Maschinenhalle mit neuem Prüfstand der Fa. Siemens (Prof. Schoo). Im Laufe der Woche erhalten die Schüler Einblicke in die Studiengänge der Informationstechnik, der Mechatronik, des Wirtschaftsingenieurwesens und der Bionik. Ein Kaminabend mit Professoren rundet die Studienpraktische Schülerwoche ab.
Betreuung, Konzept und Praxisbezug werden durch die Professoren Toonen, Schoo, Peitzmann und Ossendoth sicher gestellt. Die Betreung der Schüler an der Hochschule in Bocholt werden durch Tutoren sichergestellt. Jeder Tutor betreut 5 interessierte Schüler.
Schüler erhalten die Möglichkeit, sich in Unternehmen über technische Berufsfelder und das Aufgabengebiet z. B. des Ingenieurs sowie über Produkte und Fertigungsprozesse zu informieren. Sie hospitieren im Betrieb für eine Woche in einem technisch / akademisch geprägten Berufsfeld (z. B. mit einem Ingenieur „mitlaufen“, um den Beruf eines Ingenieurs kennen zu lernen, Kollegen mit anderen technischen Berufsschwerpunkten begleiten). Diese Woche findet in der Zeit vom 5. bis 9. November 2012 statt, die Schüler werden durch die Schulen beurlaubt.
Im Anschluss an die Praktikumsphase erstellen die Schüler einen Erfahrungsbericht, der von Lehrkräften der Fachhochschule ausgewertet und auch im Unterricht anderen Schülern vorgestellt wird. Am Ende der betriebspraktischen Schülerwoche findet eine Feedback-Runde an der Fachhochschule statt für die Teilnehmer, deren Lehrer sowie die beteiligten Unternehmen.
In diesem Flyer sind alle Informationen über das Duale Orientierungspraktikum "Technik" gebündelt und zusammengefasst.
Alles auf einen Blick finden Sie im Flyer "Nutze Deine Chance!".
Die im Flyer erwähnte Musterbewerbung, finden Sie zu gegebener Zeit weiter oben unter Bewerbung.
Jedes Unternehmen beteiligt sich mit 100,- € pro Schüler an den Kosten für die Betreuung durch Studierende an der Hochschule.
Das Projekt soll klein, dafür konkret mit einer Gruppe von 20 Schüler beginnen, aber dann wachsen und durch einen Ausbau weiter entwickelt werden – Ziel ist, mittelfristig 350 Schüler aus der Region pro Jahr zu erreichen. Inhaltlich können über das Duale Orientierungspraktikum hinaus weitere Bausteine angeboten werden, z. B.
Es soll eine kontinuierliche Kontaktpflege mit diesen interessierten Schülern über das Duale Orientierungspraktikum hinaus aufgebaut werden, bis die Schüler von der Schule abgehen. Parallel wird für immer neuen Nachwuchs durch junge Schüler gesorgt. Des Weiteren kann die Angebotspalette über das Duale Orientierungspraktikum hinaus für alle Oberstufenschüler – nicht nur die Gruppe im Dualen Orientierungspraktikum – an allen Schulen erweitert werden. Der Schwerpunkt Technik / MINT-Fächer kann um weitere Bereiche wie Betriebswirtschaft und / oder Logistik ausgebaut werden. Eine Erweiterung ist auch räumlich über die Hochschule in Bocholt hinaus auf andere Hochschulen / Universitäten möglich, z. B. um Fachbereiche wie Logistik einzubeziehen. Auch weitere Schulen aus dem Kreis Borken können einbezogen werden.
Informationen rund um das 1. Duale Orientierungspraktikum wie beispielsweise: Presse, Schülerzitate, Fotostrecke, Abschlussveranstaltung usw. finden Sie hier.
Nächster Arbeitskreis Termin
17.04.12 Arbeitskreis Schule/Wirtschaft Oberhausen Weiterlesen